Japan geht auch günstig – Teil 3: Reisen für kleines Geld
Wenn Du denkst, dass man in Japan nur mit teurem Shinkansen reisen kann, dann hast Du entweder einen dicken Geldbeutel oder Du kennst noch nicht unsere Spartipps. Denn ja: Der Shinkansen ist schnell. Aber auch schnell teuer. Und genau deshalb zeigen wir Dir in diesem Beitrag, wie Du auch mit schmalem Budget durch Japan kommst – mit Bus, Zug, Rabatt-Pässen und ein bisschen Mut.
1. Fernbus statt Shinkansen – langsam, aber günstig
Willkommen im Highway-Bus-Paradies! In Japan gibt es ein dichtes Netz an Fernbussen, das große Städte miteinander verbindet – für einen Bruchteil des Preises vom Zug.
Beispiel: Tokio – Kyoto 🛤️ Shinkansen: ca. 13.000 Yen (80–90 €), ca. 2:20 Stunden 🚌 Fernbus: ab 3.000 Yen (20 €), ca. 7–9 Stunden
Und keine Sorge: Die Busse sind komfortabel, klimatisiert, mit WC, teilweise WLAN und USB-Ladebuchsen. Manche Nachtbusse haben sogar Decken, Vorhänge und Sitze, die weiter nach hinten gehen als so mancher Billigflieger-Sitz. Und das Beste an dieser Variante: Du sparst auch gleichzeitig die Kosten für eine Hotelnacht.
Anbieter:
JR Bus (hier gibt es je nach Regeion eine Unterschiedliche Webseite)
Tipp: Je früher Du buchst, desto günstiger.
2. Regionalpässe – für Sparfüchse mit Plan
Du brauchst keinen teuren „Japan Rail Pass“ für ganz Japan. Regionale Zugpässe sind oft viel günstiger und besser zugeschnitten – vor allem, wenn Du in einer bestimmten Gegend bleibst: Beispiele: Kansai Railway Pass, Tokyo Wide Pass oder Hokkaido Rail Pass 👉 Oft gültig für 1–5 Tage, teils inklusive U-Bahnen und Privatbahnen. 👉 Die Preise starten bei um die 11€, und Du kannst so oft fahren, wie Du willst.
Hier gibt es eine sehr gute Übersicht über die einzelnen Regionen und Pässe.
3. Lokale Züge & Bummelbahnen
Ja, der Shinkansen ist cool und wir sind 1 x damit gefahren. Aber weißt Du, was noch cooler ist? Durchs japanische Hinterland tuckeln, vorbei an Reisfeldern, Bergen und Küstendörfern – für unter 10 € pro Strecke. Mit Regionalzügen der JR (Japan Rail) kannst Du günstig reisen, auch ohne Pass. Einfach am Automaten kaufen oder mit der IC-Karte durch – ganz easy.
4. Seishun 18 Ticket – DER Low-Budget-Pro-Move

Das Seishun-18-Ticket ist kein Ganzjahres-Sparpass, sondern ein Saison-Ticket, das nur zu bestimmten Zeiten erhältlich ist. Verkauft und nutzbar ist es immer während der japanischen Ferienzeiten, also dreimal im Jahr: im Frühling, Sommer und Winter. Typischerweise kannst Du es im Frühling etwa von Anfang März bis Anfang April nutzen, im Sommer von Ende Juli bis Anfang September und im Winter von Mitte Dezember bis Anfang Januar. Das Ticket ist auch unter dem Namen Seishun Juhachi Kippu bekannt bzw. auf deutsch: Jugend-Achtzehn-Pass. Aber das Gute daran: Das Ticket ist für jeden gültig.
Wichtig: Ein Ticket gilt immer nur für die Saison, in der Du es gekauft hast. Ein im Sommer gekauftes Ticket kannst Du also nicht im Winter verwenden. Auch dauern die Fahrten logischerweise länger als im Shinkansen, daher nur zu empfehlen, wenn das Budget extrem klein ist oder man sehr viel Zeit hat.
Das Ticket selbst umfasst mehrere Fahrtage (3 oder 5), die Du innerhalb des gültigen Zeitraums nutzt. Jeder Nutzungstag gilt von Mitternacht bis Mitternacht und erlaubt unbegrenztes Fahren mit JR-Regionalzügen (JR Local und Rapid Trains) im ganzen Land. Auch kannst Du damit die Fähre nach Miyajima nutzen. Sogar JR-Busse an der Sanriku Coast (Maeyachi – Kesennuma – Sakari) sind fahrbar.
Preis: Für 3 Tage zahlt man 10.000 Yen und für 5 Tage 12.500 Yen.
Gekauft werden kann es dieses 2026 zu folgenden Zeiten:
Frühling:
- Nutzungszeitraum: 1. März bis 10. April
- Verkaufszeitraum: 20. Februar bis 31. März
Sommer:
- Nutzungszeitraum: 20. Juli bis 10. September
- Verkaufszeitraum: 1. Juli bis 31. August
Winter
- Nutzungszeitraum: 10. Dezember bis 10. Januar
- Verkaufszeitraum: 1. Dezember bis 31. Dezember
Tipp: Für einen kleinen Aufpreis kann das Ticket auch für bestimmte Shinkansen und Ltd. Express Trains genutzt werden. Mehr dazu hier. (auf Englisch)
5. Zug fahren wie ein Local – mit IC-Karte

Für kürzere Strecken oder Stadtverkehr brauchst Du keine Einzeltickets. Die sind in der Regel etwas teurer, da Du eine Gebühr für das Papierticket zahlst. Hol Dir lieber eine IC-Karte wie z.B. Suica, Pasmo oder ICOCA (geht auch über Apple Pay, zur Anleitung), lade sie auf und tap einfach durch die Schranken. Du zahlst: nur, was Du wirklich fährst, keine Sprachbarrieren, keine Warteschlangen. Und: Du kannst die Karten in ganz Japan nutzen – sogar für Kombini-Einkäufe, Getränkeautomaten oder Spinde!


Besonders cool, in einigen Städten oder Regionen brauchst Du noch nicht mal ein Ticket, Du kannst dort ganz einfach einfach mit Deiner Kreditkarte fahren (Visa, American Express und mehr). Du benutzt Deine Kreditkarte einfach wie ein gewöhliches Ticket und hälst sie an die Schranke, ebenso funktionert es auch mit Deinem Smartphone, wenn Du dort Deine Kreditkarte hinterlegt hast. Einfacher geht Metro fahren in Japan wirklich nicht.

6. Spartipps – by todoki
- Tokyo Metro 24-Stunden-Ticket: unbegrenzt U-Bahn fahren ab 700 Yen (4 €) Aufpassen musst Du hier, da es in Tokyo verschiedene Metro-Geselschaften gibt und je nach Preis unterschiedlich viele inkludiert im Pass sind).
- Fahrradverleih in Kyoto, Nara & Co.: Hier z.B. für 1200 Yen am Tag (gibt mehrere Stationen und man kann das Rad bei einer von 8 Stationen abgeben, die haben auch E-Bikes
- Zu Fuß gehen!: In Japan sind viele Sehenswürdigkeiten nah beieinander – Google Maps hilft Dir, zu sparen. So haben wir auf unserer ersten Reise über 1 Million Schritte in Japan geschafft.
7. Trampen in Japan – klingt verrückt? Funktioniert großartig!

Ja, Du hast richtig gelesen: Trampen in Japan – das geht. Und nicht nur irgendwie, sondern richtig gut. Als wir unsere erste große Japanreise gemacht haben, wollten wir alles sehen, aber hatten kaum Budget. Also haben wir’s ausprobiert – Daumen raus, Rucksack abgestellt… und zack: Auto hält an. Und es war keine Ausnahme! Wir wurden mitgenommen von Familien mit Baby, Geschäftsleuten im Anzug, Rentnerpaaren und Jugendlichen auf Wochenendausflug. Die Leute waren offen, hilfsbereit und oft neugierig – auf unsere Reise. Und manchmal wurden wir spontan zum Essen eingeladen, in kleine Lokale, die wir allein nie gefunden hätten. Warum klappt das so gut? Japaner*innen sind extrem höflich und hilfsbereit. Trampen ist nicht „komisch“, sondern eher ungewohnt – und gerade deshalb interessant. Besonders auf dem Land ist es oft einfacher als in der Großstadt. Man lernt die Kultur direkt von echten Japanern kennen.
Unser Tipp:
- Ein Schild mit Ziel (auf Japanisch!) kann helfen.
- Freundlich lächeln + ruhiger Ort zum Warten (sollten natürlich trotzdem Autos vorbeikommen)
- Respektvoll & dankbar sein – klaro!
Wenn Du also richtig sparen willst, Abenteuer suchst und Japaner*innen ganz direkt erleben möchtest – dann wag’s! Für uns war es eine der besten Erfahrungen der ganzen Reise.
8. Sitzplatz im Shinkansen ohne Aufpreis sichern
Du musst im Shinkansen nicht unbedingt einen Sitz reservieren. In vielen Zügen gibt es Waggons ohne Reservierung („non-reserved seats“, meist die ersten drei Waggons Wenn Du an großen Startbahnhöfen wie Tokyo, Kyoto oder Osaka einsteigst und ein paar Minuten früher am Gleis bist, bekommst Du fast immer einen Sitzplatz, ganz ohne Aufpreis. Besonders außerhalb der Rush Hour ist das ein einfacher Weg, mehrere hundert Yen pro Strecke zu sparen.

Fazit: Auch unterwegs geht’s günstig
Du musst keinen Shinkansen nehmen, um das echte Japan zu entdecken. Mit dem richtigen Mix aus Bus, Bahn, Rabatt-Pass und offenen Augen reist Du komfortabel, sicher und günstig durchs Land der aufgehenden Sonne. Unser Motto: Weniger Geschwindigkeit, mehr Erlebnis.
Teil 4 der Serie kommt bald – da geht’s um Shopping in Japan mit Mini-Budget, inklusive Flohmärkte, 100-Yen-Läden und Secondhand-Schätzen!
Hier geht es zu Teil 1: Übernachten im Internetcafé und zu Teil 2: Essen in Japan für kleines Geld
Dein Fabi von todoki 🎌
Japan entdecken – auch mit wenig Geld.
